Pastorales Konzept


Informationen zur Konzeptentwicklung im Pastoralem Raum

Im Oktober 2018 ist der neue Pastorale Raum “ Steinheim-Marienmünster-Nieheim“  gegründet worden. Gleichzeitig wurde die Aufgabe aus dem ZUKUNFTSBILD PADERBORN übernommen ein „Pastorales Konzept“ für unseren Pastoralen Raum zu erstellen. Auf dieser Seite informieren wir Sie über die bisherigen Schritte.


Der Weg zur Pastoralvereinbarung

Orientierung dazu gibt die Leitfrage:

„Wozu bist du da, Kirche in Steinheim-Marienmünster-Nieheim?“.

Der festgelegte Rahmen orientiert sich an vier Handlungsfeldern:

 

Evangelisierung - Lernen, aus der Taufberufung zu leben

Ehrenamt - Engagement aus Berufung

Missionarisch Kirche sein - Pastorale Orte und Gelegenheiten

Caritas und Weltverantwortung - Diakonisch handeln


Weitere Informationen:


Die Steuergruppe

Zu Beginn der Konzeptentwicklung im Pastoralen Raum wurde eine Steuerungsgruppe gebildet. Ihre Aufgabe besteht in der Steuerung und Koordinierung der Konzeptentwicklung.

Zusammensetzung der Steuerungsgruppe

  • Pfarrer Ansgar Heckeroth
    (Leiter des Pastoralen Raumes)
  • Gemeindereferentin Doris Rebbe-Brandt (Geschäftsführerin der Steuerungsgruppe)
  • Diakon Markus Jux
  • Martin Falinski
  • Elisabeth Seifert
  • Josef Fuhrmann
  • Karin Stieneke (nicht mehr aktiv)
  • Hans-Jürgen Happe

Erste Aktivitäten


Die Steuerungsgruppe hat sich mit den Gemeindeberatern (Pastor Ansgar Drees und Gemeindereferentin Ursula Altehenger) getroffen, um die Schritte auf dem Weg zur Erstellung einer Pastoralvereinbarung zu planen. Der erste Schritt begann mit der Analyse-Phase.

Eine Aktivität in diesem Prozess ist die Erfassung aktueller Daten von Vereinen, Verbänden und den darin tätigen vielen Ehrenamtlichen, die sich in unserer Kirche engagieren.



Erster Meilenstein auf dem Weg zur Pastoralvereinbarung

Ein Bericht der Veranstaltung „Wie ticken die Ost-Ostwestfalen?“

 Julia Fisching-Wirth aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn gab am 1.Oktober in einer öffentlichen Veranstaltung der Katholischen Kirche im Pastoralen Raum "Steinheim–Marienmünster–Nieheim" eine erste Antwort.

Die Aula der Grundschule Nieheim war gut gefüllt, als die Referentin die verschiedenen Milieus, die in unserem Raum vertreten sind, vorstellte. Als Milieu oder Lebenswelt werden Menschengruppen bezeichnet, die einen ähnlichen Lebensstil, gleiche Haltungen oder Wertvorstellungen vertreten. Alle Milieus von Ober-, Mittel- bis Unterschichtbereich sind in unseren Gemeinden in unterschiedlicher Anzahl vertreten, was die konkrete Übersicht der Referentin zeigte.

Deutlich wurde in der sogenannten DELTA-Milieustudie, die das Erzbistum in Auftrag gegeben hat, dass hier in unserer Region konservative, traditionelle und bürgerliche Milieus mit ca. 50 % besonders stark sind. Postmoderne, Postmaterielle, Performer, Expeditive Milieus sind zu einem weit geringeren Prozentsatz vertreten und konnten in der zweieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung nicht umfassend vorgestellt werden. Das Milieu der Benachteiligten ist in unserem Pastoralen Raum mit bis zu 19% nicht zu unterschätzen.

„Was wollen wir mit diesen Erkenntnissen machen?“, war eine Frage aus dem Publikum.
Der Pastorale Raum befindet sich in einem Prozess, der sich mit der Zukunftsperspektive unserer Gemeinden beschäftigt. „Wozu bist du da, Kirche von Steinheim …- Marienmünster…- und Nieheim…?“ Die Erfahrungen aus der Milieustudie sollen dazu beitragen, die Pastoral, d.h. die Seelsorge und die Aufgaben in den Kirchengemeinden an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Die Studie kann auch dazu beitragen zu erkennen, warum bestimmte Angebote in unserer Kirche nicht mehr angenommen werden.

Es war und ist Auftrag von christlicher Kirche, die Botschaft von der Liebe Gottes in der Welt zu verkünden, so dass sie bei den Menschen ankommt. Wir Menschen sind aber nicht alle gleich sondern ticken unterschiedlich, d. h. wir leben und glauben sehr unterschiedlich. Und so werden wir in Zukunft auch nach unterschiedlichen Zugängen zu Glaube und Kirche neu Ausschau halten müssen.

Mit dieser Veranstaltung wollte die Steuerungsgruppe viele Menschen mit auf den Weg des vor uns liegenden Pastoralen Prozesses nehmen. Das Vertrautmachen mit den Lebenswelten der Menschen war ein erster Schritt auf diesem Weg. Darüber hinaus wird von den Pfarrgemeinderäten ein Fragebogen an kirchliche Vereine und Gruppen ausgeteilt, die z.B. fragen: Was motiviert mich? Oder wo sehe ich mich in dem Verein, in der Gruppe oder Initiative in der Zukunft? Bei Bedarf werden Fragebogen im Pfarrbüro Steinheim, Telefon: 05233/4372 in Papierform oder auch per Mailversand weitergegeben.

Die Steuerungsgruppe hat sich auch Gedanken gemacht, wie sie über Gruppen und Verbände hinaus mit Menschen über ihre Erfahrungen mit Kirche und Glauben ins Gespräch kommen kann. So werden bis zum Ende des Jahres mit Personen Interviews geführt, die nicht verbandlich gebunden sind. Die Vorstellung der Ergebnisse ist in einer Veranstaltung im Frühjahr 2020 geplant. Diese Veranstaltung soll wieder öffentlich sein und alle Interessierten zur Beteiligung am Pastoralen Prozess im Raum "Steinheim–Marienmünster–Nieheim" einladen.

(Fotos: Elisabeth Seifert, Josef Fuhrmann)


Aktueller Stand November 2020 - erschwerter Prozess durch Corona!

In einer Fragebogenaktion wurden die Vereine und Verbände im Herbst 2019 gebeten ihre Motivation zu benennen und auch einen Blick in die Zukunft zu wagen. Aus den Rückmeldungen haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe wesentliche Aspekte zusammengefasst:

  • Wir sind in Gruppen und Vereine organisiert
  • Wir sind offen im Kleinen
  • Uns motiviert die Erfahrung von Gemeinschaft
  • Uns motiviert spirituelle Erfahrung
  • Wir machen uns Sorgen um die Zukunft
  • Wir machen uns Sorgen um den mangelnden Nachwuchs
  • Wir sind nicht mehr die Jüngsten

Darüber hinaus hat die Steuerungsgruppe an den Rückmeldungen weitergearbeitet und folgende Herausforderungen für die Zukunft der Kirche in unserem Pastoralen Raum Steinheim- Marienmünster Nieheim entwickelt. "Wir Christen im Pastoralen Raum Steinheim-Nieheim-Marienmünster stehen vor der Herausforderung":

  • .. zusammenzuwachsen, dazu brauchen wir eine gute Kommunikation, z Bsp.: Gesprächskultur, Netzwerk, Forum … ..)
  • .. dass wir immer älter werden, wir möchten für jüngere Generationen ein attraktiver Ort werden.
  • .. nah am Alltag der Menschen zu sein und eine verständliche Sprache zu sprechen.
  • .. Gemeinschaft zu ermöglichen und unseren Glauben in Gemeinschaft zu Erleben.
  • .. kirchliche Traditionen zu überdenken und zeitgemäß zu gestalten.
  • .. weiterhin Menschen zu begeistern, die den Glauben verkörpern und ein Gesicht von Kirche sind.
  • .. unsere Gruppen für Interessierte zu öffnen. Überalterte Gruppen ernst zu nehmen und liebevoll zu begleiten. Das Erreichte zu würdigen und ggf. einen Abschluss zu finden.
  • .. neue Formen der Glaubensverkündigung auszuprobieren um auch Menschen aus einer anderen Lebenswirklichkeit anzusprechen.

Die vollständigen Ergebnisse dieser Analyse sollten in einer öffentlichen Veranstaltung vor den Sommerferien 2020 allen Interessierten vorgestellt werden. Es war geplant, die Menschen und Pfarrgemeinderäte vor Ort aktiv, mit ihrer Meinung, in den Pastoralen Prozess einzubeziehen, um an diesen Herausforderungen weiter zu arbeiten.

  •  Diese geplanten Veranstaltungen mussten Corona bedingt abgesagt werden!

Um den Pastoralen Prozess weiterzuführen wurden alle Mitglieder der Pfarrgemeinderäte schriftlich informiert und gebeten, sich mit der Themenstellung zu beschäftigen. Die Rückmeldungen wurden gesichtet, in einer Übersicht zusammengestellt und werden den Pfarrgemeinderäten wieder zur Verfügung gestellt.

Es wurde vereinbart, die Pfarrgemeinderäte Anfang des neuen Jahres 2021 einzuladen, um über die Rückmeldungen ins Gespräch zu kommen. Der Pastorale Prozess wird mit der Option weitergeführt, im Sommer 2021, eine Pastoralvereinbarung zu verabschieden. Sie soll in den nächsten Jahren, wenn die Beteiligung der Menschen im Pastoralen Raum wieder möglich ist, in einer öffentlichen Veranstaltung überprüft und fortgeschrieben werden.