Angebote für Kinder und Jugendliche in der Fastenzeit


28. Februar 2021 - 2. Fastensonntag

"Schöne-Momente-Sammler" sein

 

In dieser Woche laden wir dich ein, ein „schöne-Momente-Sammler“ zu werden. Was das bedeutet und wie es geht erfährst du hier.


Einführung:

Das heutige Evangelium führt uns auf einen Berg.

Wer schon einmal in den Bergen gewandert ist, weiß, dass es auf dem Gipfel sehr still sein kann. Die Geräusche des Alltags sind weit weg oder gar nicht mehr zu hören: kein Hupen der Autos, keine Sirene eines Krankenwagens, kein Zug, …

Wenn man ins Tal sehen kann, sieht alles sehr klein aus. Man hat das Gefühl: hier ist man dem Himmel ein Stück näher. In der Bibel wird der Berg oft als ein Ort der Begegnung mit Gott verstanden.

Im Evangelium kommen neben Jesus noch weitere Personen vor:

Elija: er war ein Prophet, der Gottes Wort den Menschen verkündet hat. Aber er hatte nicht immer Erfolg bei den Menschen.

Mose: von ihm hast du bestimmt schon im Religionsunterricht gehört. Er hat Israel aus Ägypten herausgeführt und in der Wüste u.a. die 10 Gebote erhalten. Lies doch mal seine ganze Geschichte in der Kinderbibel nach!

Petrus, Johannes und Jakobus: sind 3 Jünger Jesu. Sie sind immer dabei, wenn etwas Besonderes passiert.

 

Was machst du, was machen deine Eltern, wenn ihr etwas sehr Schönes erlebt oder seht, z. B. im Urlaub? Vermutlich nehmen sie schnell ihr Handy und machen ein Bild davon. Schaut einmal, wie Petrus reagiert? 

Bibeltext: Mk 9,2-10

Schon viele Tage war Jeus mit seinen Jüngern unterwegs. Da kamen sie an einen hohen Berg. „Kommt mit mir!“ sagte Jesus zu Petrus, Johannes und Jakobus. „Wir wollen auf den Berg gehen.“

Als sie oben waren, fing Jesus an zu beten. Aber was war das?

Jesus sah auf einmal ganz anders aus. Sein Gesicht strahlte. Seine Kleider leuchteten hell, viel heller als die Sonne. Und in seinem Licht erschienen zwei Gestalten: Mose und Elija. Sie redeten mit Jesus.

Die Jünger standen mit offenem Mund dabei. Sie konnten kaum glauben, was sie da sahen. „Herrlich!“ rief Petrus. „Hier wollen wir bleiben. Und drei Hütten bauen: eine für Jesus, eine für Mose und eine für Elija.“ Aber Petrus wusste nicht, was er sagte. Als er noch redete, kam eine Wolke und hüllte sie ein. Und eine Stimme rief aus der Wolke: Dies ist ein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören!“

Da erschraken die Jünger und verneigten sich tief. Sie spürten: Gott war ihnen ganz nah. Doch als sie wieder aufschauten, sahen sie niemanden mehr außer Jesus.

„Sagt keinem, weiter, was ihr gesehen und gehört habt!“ sagte Jesus zu seinen Jüngern. Da gingen sie still wieder ins Tal hinunter und sagten niemand, was sie mit Jesus auf dem Berg erlebte hatten.

(geändert, nach Neukirchener Kinderbibel) 

Was Petrus tun möchte:

Die 3 Jünger haben etwas Außergewöhnliches erlebt. Sie sind mit Jesus auf einen Berg gestiegen und haben eine Stimme gehört, die Jesus als Sohn Gottes bestätigt.

Petrus möchte diesen wunderbaren Moment festhalten und macht einen Vorschlag. Er will 3 Hütten bauen. Er kann sich nicht vorstellen, dass dieser Moment zu Ende geht.

 

Auch wir möchten Schönes festhalten, doch das geht nicht: ein Urlaub geht zu Ende und die Schule beginnt wieder; eine Feier, das Fußballspiel, bei dem du zum ersten Mal mitspielen darfst … - alles ist einmal zu Ende.

Was uns bleibt, sind unsere Erinnerungen daran.


Idee:  Sammle in dieser Woche deine schönen Momente!

Bastelt euch eine „Schöne- Momente- Schatztruhe“, z. B. aus einem Schuhkarton.

Legt viele schöne kleine Dinge auf ein Tablett (Playmobilfiguren, Steine, Perlen, …) und stellt das Tablett neben eure „Schöne-Momente-Truhe“.

Jedes Mal, wenn ihr in der kommenden Woche etwas Schönes erlebt, legt ihr einen Gegenstand in die Truhe. Am nächsten Samstag schaut ihr einmal nach, wieviel schöne Momente zusammengekommen sind.  Weißt du noch, wann du deine Gegenstände in die Truhe getan hast? Was war passiert?

Erzählt euch von euren schönen Momenten.

 

Alternative: Ihr könne euch auch jeden Abend an der „Schöne-Momente-Truhe“ treffen und euch von den schönen Dingen des Tages erzählen und etwas hinlegen.


Eine Geschichte: Die „Bohnengeschichte“

Einst lebte ein Graf, der sehr, sehr alt war. Er war deshalb so alt geworden, weil er das Leben liebte und die Menschen, denen er begegnete.

Er verließ niemals das Haus, ohne eine Handvoll Bohnen in seine Jackentasche zu stecken. Er tat dies, um die schönen Momente des Tages bewusst wahrzunehmen und sie am Abend leichter zählen zu können.

Für jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte – zum Beispiel einen fröhlichen Plausch auf der Straße, das Lachen seiner Frau, ein Glas guten Weines – für alles, was die Sinne erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern.

Abends saß er zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Er zelebrierte diese Minuten. So führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war und freute sich.

Sogar, wenn er nur eine Bohne zählte, war der Tag gelungen – es hatte sich zu leben gelohnt.


21. Februar 2021 - 1. Fastensonntag

Weniger ist mehr - ein Einstieg in die Fastenzeit

 

Die Fastenzeit ist eine besondere Zeit. Sie lädt uns ein, über unser Leben und unseren Glauben nachzudenken. Unter dem Motto „weniger ist mehr“ will der folgende Impuls anregen, kleine Dinge im Leben zu verändern und in den kommenden Wochen auszuprobieren. Ihr könnt erleben, dass weniger manchmal mehr sein kann und Spaß macht.

 

Für diesen Impuls braucht ihr:

  • eine Kerze,
  • Streichhölzer und eine Möglichkeit, Lieder aus dem Internet anzuhören,
  • einen Ausdruck des Ablaufs



Vorbereitung:

Setzt euch zusammen um einen Tisch, stellt die Kerze in eure Mitte und zündet sie an.

 

Lied: Einfach spitze, dass du da bist

 

Einführung:

Jeden Tag sind wir mit vielen verschiedenen Dingen beschäftigt. Wir schauen fern, spielen Computer oder Konsole. Manchmal läuft zu Hause den ganzen Tag über das Radio oder der Fernseher usw. So bleibt oft wenig Zeit, miteinander zu spielen oder zu reden.

 

Aktion:

Überlegt gemeinsam, mit welchen Dingen ihr euch im Laufe eines Tages gemeinsam beschäftigt. Sucht dafür kleine Symbole und legt sie zur Kerze.

Beispiele:

Am Computer spielen – Maus

Fernsehen – Fernsehzeitung

Streaming - Netzwerkkabel...

Oder schreibt die Begriffe auf kleine Zettel.

 

Entscheidend, was nimmt viel Zeit in Anspruch und ist lebensnotwendig:

Essen, schlafen, lernen……

Auf diese Dinge kann man nicht verzichten, aber auf andere schon.

 

Nehmt die Dinge weg, die viel Zeit in Anspruch nehmen und euch alleine sein lassen, und überlegt, womit ihr sie sinnvoll ersetzten könnt;

Beispiel:

Statt alleine vor dem Computer zu spielen mit anderen ein Gesellschaftsspiel spielen – dann legt ein Gesellschaftsspiel auf den Tisch.

Was fällt euch noch ein?

 

Ergebnis:

So, wie ihr gerade eure Mitte verändert habt, so können wir unser Leben verändern. Wir verzichten auf etwas und machen stattdessen Dinge, die unser Leben schöner machen. So ist der Verzicht, man kann es auch Fasten nennen, ein Gewinn. Man kann dann auch sagen: Weniger ist mehr.

Jesus sagt uns im Matthäusevangelium, wie wir uns in der Fastenzeit verhalten sollen:

 

Bibeltext: Mt 6,16-18

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

Was meint Jesus?

Bevor ihr weiterlest, überlegt gemeinsam, was euch Jesus damit sagen will.

  

Beim Fasten oder Verzichten geht es nicht darum, dass andere es merken und dich loben und du Anerkennung bekommst. Es geht nicht darum, eine Leistung zu erbringen.

Wenn du fastet oder auf Dinge verzichtest, die dich alleine und einsam sein lassen, kannst du Neues entdecken. So wird aus Fasten und verzichten ein Gewinn und so ist weniger oft mehr. Nämlich ein Mehr an gemeinsamen Aktionen wie Spielen, ein Bilderbuch vorgelesen bekommen, oder miteinander reden. Wenn du dich auf wichtige Dinge konzentrierst, dann stärkst du deinen Blick für andere.

  

Vorsatz für die kommenden Wochen

Überlegt zusammen, worauf ihr in den kommenden Wochen bis Ostern verzichten möchtet und womit ihr es sinnvoll ersetzen könnt.

  

Gemeinsames Gebet:

Jesus hat uns ein Gebet gelehrt. Betet es zusammen:

Vater unser im Himmel, …

 

Segensbitte - Jemand von euch liest folgenden Segen vor:

Unser Vater im Himmel segne unser Fasten und Verzichten.

Unser Vater im Himmel segne unser Tanzen und Spielen.

Unser Vater im Himmel segne unser Lesen und Zuhören.

Unser Vater im Himmel segne unser Lachen und Reden.

Unser Vater im Himmel segne unser Miteinander von Jung und Alt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied: Er hält die ganze Welt

 

Für die kommende Zeit

Als Erinnerung an das, was du dir vorgenommen hast, kannst du dir ein Lesezeichen runterladen. Auf die Rückseite kannst du deinen Vorsatz schreiben oder malen.

Download
Weniger ist mehr
Lesezeichen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 36.3 KB

Michaele Grote, Gemeindereferentin