Abschied Pastor Geo


Die Abschiedsmesse von Pastor Geo in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Nieheim!

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Liebe Schwestern und Brüder,

„Sie müssen Zoll entrichten“, sagt mir der Grenzposten, als ich Neuland betreten will. Jeder Übergang kostet etwas. „Was muss ich zahlen?“, frage ich und zücke den Geldbeutel, der angefüllt ist mit meinem bisherigen Leben. „Bequemlichkeit, Gewohnheit und Sicherheit“, sagt mir der an der Grenze. „So teuer ist das?“, frage ich zögernd. „Ja, billiger sind Übergänge nicht zu haben“, sagt der Grenzposten. Aber Sie gehen dafür ins Leben.“

Wenn ich Anfang 2021 zum letzten Mal die Tür meiner Wohnung in Oeynhausen hinter mir zumache und die Straße betrete, weiß ich nicht, ob ich mich ins Leben begebe, wie es der Grenzposten beschreibt. Nun ist es soweit, dass ich meinen 11 Jahre reichen Schatzbeutel auf den Tisch lege und jedem Anspruch darauf entsage. Das ist für mich schmerzhaft. Loslassen von allem Liebgewonnenen, von Bequemlichkeiten, Gewohnheiten und Sicherheiten.

Wehmut des Abschieds auf einer Seite und die Aufregung des Neuanfangs auf der anderen Seite. 11 Jahre sind wir miteinander älter geworden. Es war eine sehr schöne Zeit, die ich mit Ihnen verbracht habe. Viele Türen haben sich mir in dieser Zeit geöffnet. Viele freundliche Gesten, sympathische Blicke, unterstützende Hände, aufbauende Worte, aufrichtende Taten waren dabei. Für all das bin ich sehr dankbar. Ich bin dankbar für die Zeit im Pastoralen Raum "Steinheim-Marienmünster-Nieheim" mit ihren wertvollen Erfahrungen und guten Begegnungen. Zugleich danke ich Ihnen und Euch für das entgegengenbrachte Vertrauen, die Freundschaft und die Gemeinschaft. Besonders bedanke ich mich bei allen Ehrenamtlichen und den Mitgliedern des Pastoral Teams, mit denen ich zusammenarbeiten durfte.

Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Sithu U Thant, hat in seiner Abschiedsrede folgendes geschrieben: „Was schön, erbauend und bereichernd war, nehme ich in meine Schatztruhe des Lebens. Was unangenehm, bitter, verletzend, ärgerlich war, schreibe ich auf einen Zettel, verbrenne diesen, daraufhin und lasse die Asche im Ostufer des Hudson River fließen.“ So ähnlich mache ich es auch. Aber wo ich jemanden enttäuscht und vielleicht verletzt habe, bitte ich um Verzeihung!

Wenn ich in Kürze meine Koffer packen werde: Ich bleibe Ihnen auch künftig stets verbunden – dann im Segen und im Gebet. Gleichzeitig bitte ich auch Sie um Ihr Gebet. Mit diesen Worten verbeuge ich mich vor Ihnen, nehme Abschied von jedem von Ihnen und danke Ihnen von Herzen für alles Gute!

 

Ihr Pastor Geo